Antwort auf Beitrag 97021
2025 war kein leichtes Jahr. Und zwar nicht nur bei uns, sondern branchenübergreifend. Ich habe von Firmen gehört, die Millionenverluste gemacht haben. Internationale Unternehmen, drei Kontinente, Kadermitglieder in Kurzarbeit. Das ist keine kleine Delle – das ist ein wirtschaftlicher Dämpfer, der sich durchzieht. Natürlich trifft das dann auch uns. Wenn Männer weniger Geld haben oder unsicherer werden, geben sie es nicht mehr so locker für „Extras“ aus.
Aber – und jetzt kommt der Teil, den viele nicht hören wollen – es liegt nicht nur an der Weltlage.
Die Zeiten, in denen man sich einfach hinlegen konnte und dachte, das Geld kommt von allein, sind vorbei. Dieses „ein bisschen da sein, bisschen nett sein und kassieren“ funktioniert heute nicht mehr. Die Männer sind selektiver geworden, kritischer – und ja, auch vorsichtiger mit ihrem Geld.
Ich sehe das bei mir ganz klar: Dieses Jahr läuft bei mir extrem gut. Wirklich stark. Aber ich erinnere mich genauso, dass auch bei mir Phasen dabei waren, die schwächer waren – selbst ein guter Dezember kann mal nicht an den Vorjahresmonat rankommen. Das gehört dazu.
Was ich aber nicht glaube: dass die „goldenen Zeiten“ vorbei sind.
Ich glaube eher, dass sich das Ganze gerade sortiert. Dass sich jetzt einfach zeigt, wer wirklich liefert – und wer nicht. Die, die ihren Job ernst nehmen, die sich Gedanken machen, die Qualität bieten, Persönlichkeit haben und verstehen, wie das Spiel funktioniert – die haben auch heute noch Kunden. Und gutes Geld.
Der Rest? Der wird gerade aussortiert. Hart gesagt, aber realistisch.
Und noch etwas: Ich glaube nicht, dass es an neuen Fotos oder ständig angepassten Inseraten hängt. Klar, ein Inserat sollte sauber und ansprechend sein – aber dieses permanente „Ich brauch neue Bilder, dann läuft’s wieder“ ist oft eher Selbstberuhigung als Lösung.
Zu stark inszenierte, hochprofessionelle Bilder wirken auf viele Männer mittlerweile eher wie Werbung – glatt, austauschbar, teilweise sogar unglaubwürdig. Authentizität schlägt Perfektion. Deine Stammkunden kennen dich sowieso – denen ist egal, ob du jetzt ein neues Shooting hast oder nicht.
Am Ende entscheidet nicht dein neuestes Bild, sondern dein Gesamtpaket.
Also ja, die Weltlage spielt eine Rolle. Aber sie ist nicht die ganze Wahrheit. Ein Teil liegt draußen – und ein Teil liegt bei uns selbst.