Antwort auf Beitrag 96681
Danke dir für deinen ausführlichen und ehrlichen Beitrag, das schätze ich sehr.
Ich finde vieles, was du schreibst, absolut nachvollziehbar. Gerade das Thema Alter wird meiner Meinung nach oft überdramatisiert. Momentan bin ich 31 (bald 32) und rational weiss ich auch: Das ist nicht alt. Trotzdem schwingt diese Angst mit, vor allem weil mein Job sehr stark über Optik, Energie und Ausstrahlung läuft.
Das mit dem Alter „schummeln“ kenne ich übrigens auch vom Hörensagen. Bei mir ist das aktuell noch kein Thema, ich bin noch in einem Alter, wo ich nichts beschönigen muss. Ob ich mit 35 oder 40 irgendwann fünf Jahre abziehe? Keine Ahnung. Ehrlich gesagt hoffe ich, dass ich dann genug Selbstbewusstsein habe, um einfach dazu zu stehen. Aber ich weiss auch: In dieser Branche ist der Druck real.
Was du über Körperpflege, Sport und Ausstrahlung sagst, sehe ich genauso. Alter ist nicht nur eine Zahl, sondern vor allem, wie man mit sich umgeht. Ich sehe Frauen, die mit 25 „verbraucht“ wirken, und andere mit über 40, die präsent, attraktiv und lebendig sind. Das macht Welten aus.
Auch das Thema Natürlichkeit fühle ich sehr, wobei ich da ehrlich bin: Ich habe gemachte Lippen, gemachte Brüste und auch meinen Po machen lassen. Aber für mich geht es darum, dass es stimmig bleibt und nicht ins Übertriebene kippt. Ich will keine Bimbo-Doll sein, sondern eine gepflegte, sinnliche Frau, die trotzdem noch „normal“ wirkt. Ein bisschen Unterstützung ist okay, aber ich persönlich mag es auch nicht, wenn es komplett künstlich aussieht oder die Proportionen nicht mehr passen.
Dein Punkt mit der Stammkundschaft ist ebenfalls wichtig. Viele vergessen, dass man in diesem Job nicht nur „Kunden verliert“, sondern auch gemeinsam älter wird. Beziehungen bauen sich auf. Vertrauen entsteht. Und genau das ist etwas, was jüngere Girls oft noch gar nicht bieten können.
Und ja: Kommunikation ist alles. Erwartungen klar sagen, ehrlich sein, keine falschen Versprechen. Das gilt für beide Seiten. Ich finde deinen Vergleich mit dem Burger ziemlich treffend.
Was mir persönlich im Moment am meisten zu schaffen macht, ist weniger das konkrete Alter, sondern die Frage: Wie lange will ich diesen Job machen? Macht er mir noch Freude? Und was kommt danach? Da hast du völlig recht: Ein Plan B ist extrem wichtig. Nicht aus Panik, sondern aus Selbstrespekt.
Unterm Strich glaube ich inzwischen: Es geht nicht darum, jung zu bleiben. Es geht darum, echt zu bleiben. Körperlich wie mental. Und sich nicht selbst abzuschreiben, nur weil irgendwo eine Zahl höher wird.